Lange galt Plastik als biologisch inert — als ein Material, das im Körper schlicht nichts tut. Dieses Bild hat sich grundlegend verändert.
Mikroplastik wurde inzwischen in Blut, Lunge, Leber, Nieren, Plazenta und Gehirn nachgewiesen. Ein Forschungsteam der University of New Mexico veröffentlichte 2024 im Fachjournal Nature Medicine eine Studie, die zeigte: Die Konzentration von Nano- und Mikroplastik in menschlichen Organen hat zwischen 2016 und 2024 deutlich zugenommen — besonders im Gehirn, wo die Belastung bis zu 30-mal höher war als in Leber oder Niere.
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) stellt in einer aktuellen Einschätzung fest: Es gibt zunehmend Hinweise, dass Mikroplastik sich im Körper keineswegs passiv verhält. Erste Studien deuten auf Zusammenhänge mit Entzündungsreaktionen, Veränderungen in geschädigtem Gewebe und möglichen Risiken für das Herz-Kreislauf-System hin.
Was die genauen Langzeitfolgen für gesunde Menschen sind, ist noch nicht abschließend erforscht. Was aber klar ist: Die Konzentrationen steigen — und das Vorsorgeprinzip spricht eine eindeutige Sprache.
Quellen: Nature Medicine (2025), University of New Mexico | Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie (DGVS), Pressemeldung Juli 2024 | dgvs.de
DGVS Pressemeldung: https://www.dgvs.de
Nature Medicine Studie — Pharmazeutische Zeitung Bericht: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/mikroplastik-reichert-sich-immer-mehr-in-organen-an-152941/