Acrylfarbe & Mikroplastik: Was wirklich in deiner Farbe steckt

Hand aufs Herz: Wo kippst du dein Pinselwasser hin?

Die meisten von uns schütten es jahrelang einfach in den Ausguss – ohne nachzudenken. Nicht, weil wir achtlos wären, sondern weil es uns nie jemand gesagt hat. Acrylfarbe ist wasserlöslich, und das klingt erst einmal nach: alles gut, alles sauber, alles harmlos.

Aber stimmt das wirklich?

Aber stimmt das wirklich?

Was Acrylfarbe wirklich enthält

Acrylfarben bestehen aus drei Hauptbestandteilen: Pigmenten, die die Farbe geben, Wasser als Lösungsmittel – und einem Bindemittel auf Acrylharzbasis, das alles zusammenhält. Dieses Acrylharz ist ein synthetisches Polymer. Auf Deutsch: Kunststoff.

Solange die Farbe feucht ist, ist sie wasserlöslich – das bedeutet aber nicht, dass sie unproblematisch ist. Beim Pinselwaschen lösen sich winzige Kunststoffpartikel ins Wasser. Unsichtbar. Aber nachweisbar.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) listet den Farbabrieb von Acrylfarben ausdrücklich als dokumentierte Quelle für Mikroplastik im Abwasser. Wasserlöslich ist also nicht dasselbe wie wasserneutral. Das ist ein Unterschied, der zählt.

Die gute Nachricht vorweg: Genau dieses flüssige Plastik lässt sich wieder aus dem Wasser herausholen – wie das geht, zeige ich dir weiter unten.

Mikroplastik und Pigmente in Acrylfarbe werden von Clara von Kunstrein aus dem Pinselwasser gereinigt

Wo landet das Mikroplastik aus deiner Acrylfarbe?

Mikroplastik aus Acrylfarbe ist so fein, dass es von Wasserorganismen nicht von Nahrung unterschieden werden kann. Es reichert sich in Fischen, Muscheln und anderen Meerestieren an – und gelangt so zurück in den menschlichen Körper. Studien finden Mikroplastik inzwischen im Blut, in der Lunge, sogar in der Muttermilch. Das ist keine Panikmache – das ist der aktuelle Stand der Forschung. Und es macht deutlich: Mikroplastik in Acrylfarbe ist kein abstraktes Umweltproblem, sondern eines das uns direkt betrifft.

Kläranlagen filtern Mikroplastik nicht heraus

Viele denken: Das Wasser wird doch gereinigt, bevor es in die Umwelt gelangt. Stimmt — aber nur teilweise. Kläranlagen sind darauf ausgelegt, organische Stoffe und grobe Partikel zu filtern. Mikro- und das noch kleinere Nanoplastik aus der  Acrylfarbe ist so fein, dass ein Großteil die Kläranlage ungehindert passiert und direkt in Flüsse, Seen und schließlich ins Meer gelangt.

Das Umweltbundesamt schätzt, dass deutsche Kläranlagen je nach Ausbaustufe zwischen 70 und 89 Prozent der Mikroplastikpartikel zurückhalten — was sich gut anhört, bis man die Mengen berechnet. Der Rest landet in der Umwelt. Dauerhaft. Denn Mikroplastik ist biologisch nicht abbaubar — es zerfällt über Jahrzehnte in immer kleinere Partikel, verschwindet aber nie wirklich.

Das bedeutet: Die Verantwortung liegt nicht bei der Kläranlage. Sie liegt dort, wo das Mikroplastik ins Wasser gelangt — im Atelier, am Waschbecken, beim Pinselwaschen.

Das unsichtbare Problem – und was es kostet

Was unsichtbar im Abwasser landet, bleibt nicht immer unsichtbar. In deinen Rohren kann sich über Monate eine klebrige Schicht aus Pigmenten, Bindemittel und Farbabrieb aufbauen – schleichend, still, bis der Tag kommt, an dem das Abflussrohr dicht ist. Und das ist kein billiges Vergnügen. Rohrsanierungen im Atelier kosten schnell mehrere hundert Euro.

Allerdings… sind wir alleine im Atelier sieht es ja niemand. Das Wasser fließt einfach weg, und man denkt sich: So wenig, das macht doch nichts. Aber „so wenig“ addiert sich. Malstunde für Malstunde, Jahr für Jahr.

Was man heute dagegen tun kann

Wer einmal verstanden hat, was beim Pinselwaschen wirklich passiert, sucht nach einem Weg, das Wasser sauber zu bekommen. Die naheliegendste Idee – das Wasser einfach stehen und absetzen lassen – funktioniert bei Acrylfarbe leider nicht: Sie setzt sich nicht ab, sondern bleibt als stabile Dispersion fein im Wasser verteilt. Andere lassen das Wasser verdunsten oder sammeln und entsorgen es als Sondermüll – machbar, aber mühsam und nicht für jede Menge praktikabel.

Es geht auch einfacher. Genau dieses Problems hat sich Dr. Christoph Möllers angenommen – er ist Chemiker, und das Problem hat ihn nicht mehr losgelassen. Herausgekommen ist Clara: zwei Schritte, kein Labor, kein Aufwand. Die erste Lösung verändert den PH Wert auf die richtige Konzentration, damit die zweite Lösung die feinen Farb- und Kunststoffpartikel zu größeren Flocken binden kann. Alles wird dann in einem Filterblatt herausgefiltert. Übrig bleibt klares Wasser – das Mikroplastik bleibt zurück, nicht im Abfluss. Es ist genau der Moment, den du im Video siehst: trübes, buntes Acrylwasser, das vor deinen Augen klar wird.

Klingt nach Chemie? Das Prinzip dahinter – Flockung – ist dasselbe, mit dem Trinkwasser und Schwimmbäder klar gemacht werden. Es macht das Wasser sauberer, nicht schmutziger.

So bekommst du dein Pinselwasser wirklich klar

Clara fängt Mikroplastik und Pigmente im Filterblatt auf, statt sie in den Abfluss zu spülen. Zwei Schritte, klares Wasser – entwickelt in Deutschland, von einer Malerin und einem Chemiker.

Fazit

Acrylfarbe ist ein wunderbares Medium – vielseitig, schnell trocknend, intensiv in der Farbe. Aber sie enthält Kunststoff auch in Form von Mikroplastik, und dieser Kunststoff gelangt beim Reinigen der Pinsel ins Abwasser. Daher ist es wichtig  bewusster damit umzugehen. Denn wer im Atelier malt, sollte auch im Atelier Verantwortung übernehmen – für die Umwelt und für die eigenen Rohre.

Und wenn du magst, dass dein Atelierwasser sauber bleibt, ohne dass du deinen Malalltag umkrempelst:

Ist Acrylfarbe wirklich Mikroplastik?

Ja. Das Bindemittel in Acrylfarbe ist ein synthetisches Polymer – also Kunststoff. Beim Pinselwaschen lösen sich winzige Partikel davon ins Wasser. „Wasserlöslich“ heißt deshalb nicht „unproblematisch“.

Acrylfarbe gehört nicht ins Abwasser. Das enthaltene Mikroplastik wird von Kläranlagen nur teilweise zurückgehalten und gelangt so in Flüsse, Seen und Meere – wo es sich anreichert und biologisch nicht abgebaut wird.

Flüssige Acrylfarbe in den Ausguss zu gießen ist rechtlich nicht zulässig – das Einleiten solcher Stoffe ins Abwasser ist über das Wasserhaushaltsgesetz geregelt. Dazu kommt: Farbabrieb kann sich über die Zeit in den Rohren ablagern und teure Verstopfungen verursachen. Sammle das Wasser lieber und filtere oder entsorge es bewusst.

 

Absetzen lassen funktioniert bei Acrylfarbe nicht, weil sie sich nicht absetzt. Wirksam ist das Ausflocken der Partikel mit anschließendem Filtern – genau dafür hat die Firma Kunstrein das Filtersystem Clara entwickelt.

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